Die Ausstellung In the Fold of the Sack, kuratiert von Yein Lee, widmet sich der Frage, wie Materialität als dynamischer Prozess verstanden werden kann – als eine „Falte“, in der Bedeutung, Zirkulation und Transformation sichtbar werden. Der kuratorische Ansatz schlägt einen kritischen Rahmen vor, in dem Materialien nicht nur als Träger künstlerischer Produktion erscheinen, sondern als aktive Akteure innerhalb komplexer sozialer, ökonomischer und ökologischer Systeme.
Materialien sind niemals neutral oder inaktiv. Sie tragen Spuren von Arbeit, sozialen Hierarchien, Geschlechternormativität, Umweltzerstörung und geopolitischen Ungleichheiten in sich. Diese Einschreibungen sind untrennbar mit den Prozessen verbunden, durch die Kunst entsteht. Die in der Ausstellung versammelten Künstler*innen reagieren auf diese vielschichtigen Geschichten der Materie und machen sichtbar, wie Erinnerungen und Machtverhältnisse in Materialien „eingefaltet“ sind.
Die präsentierten Werke verstehen Material zugleich als Metapher und als kritisches Instrument. Sie hinterfragen die Grenzen zwischen Objekt und System, Oberfläche und Substrat sowie Inhalt und Materie. Anstatt Knappheit oder Mangel zu ästhetisieren, richten sich die Arbeiten auf die Bedingungen, die Materialien und ihre Bedeutungen hervorbringen: neoliberale Produktionslogiken, globale Lieferketten und sich verändernde Wertsysteme, die sowohl Materialien als auch Leben strukturieren.
Mit Arbeiten aus Skulptur, Malerei, Installation, Video, Performance und Assemblage eröffnet In the Fold of the Sack einen vielschichtigen Raum für materielles Geschichtenerzählen. Materialität erscheint hier nicht als passive Oberfläche, sondern als aktive Kraft, die an der Entstehung von Bedeutung beteiligt ist. Die Ausstellung geht aus Yein Lees Lehrveranstaltung „Sustainable Practices“ hervor und der Großteil sind Arbeiten von teilnehmenden Studierenden.
Ergänzt wird die Ausstellung durch ein vielfältiges Rahmenprogramm mit einer Performance, einem Workshop und einer Lesung sowie einem Künstler*innengespräch und einem Screening.
Alle Daten auf einen Blick
Ausstellung: 13.3.–24.5.2026
Eröffnung: 12.3.2026, 18 h
Öffnungszeiten: täglich außer Mo, 10–18 h, Eintritt frei
Künstler_innen
Christoph Conrad, Astrid Didion, Luiza Furtado, JH Gim, Julia S Goodman, Birke Gorm, Abigail Simone Hauwede, Theresa Katharina Horlacher, Yixuan Hu, Hwajung Kim, Julia Kronberger, Alexander Krisa, Irina Lotarevich, Minh Phuong Nguyen, Ebba Sofie Olsson, Anna Pöll, Mara Printz, Michael Reindel, Sanne Luna Scheepmaker, Leon Can Scheiblich, JeeHyun-Elizabeth Son, Younès Ben Slimane, Neda Tabrizi, Lucía Ugena, Zoe Jackson, Cornelis Wuisman Jorgensen, Duannaiyu Wang, Rita Barbro Wilke und Jiaxi Yang
Veranstaltungsort
Exhibit Galerie / Exhibit Studio
Akademie der bildenden Künste Wien
Schillerplatz 3, OG 1, 1010 Wien
Aktuelle Ausstellungsinformationen und Rahmenrprogramm
Über die Exhibit Galerie
In der Exhibit Galerie am Schillerplatz finden neben den Diplompräsentationen von der Ausstellungskommission ausgewählte Ausstellungsprojekte statt, die auf Themen rekurrieren, die an der Akademie diskutiert werden und dabei aktuelle Tendenzen der Gegenwartskunst aufgreifen. Es wird ein Augenmerk darauf gelegt, dass sich die Projekte aus dem Lehrbetrieb der Institute und Fachbereiche heraus entwickeln oder auch als bewusst epochenübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Kunstsammlungen und der zeitgenössischen universitären Kunstproduktion angelegt sind.
Aktuelle Ausstellungsräume an der Akademie
Exhibit Galerie, Exhibit Studio und Exhibit Eschenbachgasse
Unter dem Überbegriff Exhibit ist es dem Ausstellungsbereich der Akademie der bildenden Künste Wien ein Anliegen, Lehrenden, Studierenden und Alumnae_i in seinen Räumen diverse Praxen des Ausstellens zu ermöglichen, ebenso wie über das Ausstellen als Medium zu reflektieren. Mit dem Programm seiner drei Ausstellungsräume positioniert sich der Ausstellungsbereich der Akademie bewusst an der Schnittstelle von universitärer Lehre und Ausstellungspraxis. Gleichzeitig erschließt er die zeitgenössische Wissens- und Kunstproduktion der Akademie für eine breite Öffentlichkeit.
Über die Akademie der bildenden Künste Wien
Die Akademie der bildenden Künste Wien zählt zu den renommiertesten und einflussreichsten Kunstuniversitäten der Welt. Sie ist fest im Gefüge der regionalen und internationalen Kulturlandschaft sowie in der Stadtgesellschaft etabliert und kann auf eine über 330-jährige Geschichte zurückblicken. Zu ihrem internationalen Renommee tragen ebenso die verschiedenen Institute mit ihren künstlerischen und wissenschaftlichen Schwerpunkten wie auch die herausragenden Kunstsammlungen bei.