09.07.2026 | 1 Bild

Kunsthalle Wien Preis 2026 geht an Lotti Brockmann und Valentino Skarwan

Valentino Skarwan (l.) und Lotti Brockmann (r.) Foto: Kunsthalle Wien © Kunsthalle Wien

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Lotti Brockmann (Akademie der bildenden Künste Wien) und Valentino Skarwan (Universität für angewandte Kunst Wien) werden in einer gemeinsamen Ausstellung im Dezember 2026 in der Kunsthalle Wien Karlsplatz präsentiert.

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Lotti Brockmann (Akademie der bildenden Künste Wien) und Valentino Skarwan (Universität für angewandte Kunst Wien) werden in einer gemeinsamen Ausstellung im Dezember 2026 in der Kunsthalle Wien Karlsplatz präsentiert.

Der Kunsthalle Wien Preis hat das Ziel, aufstrebende Künstler_innen, die in Wien leben und arbeiten, zu unterstützen und den Diskurs über zeitgenössische Kunst im Rahmen einer jährlichen Zusammenarbeit mit den beiden Wiener Kunstuniversitäten zu fördern. Der gemeinsam von der Kunsthalle Wien, der Akademie der bildenden Künste Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien vergebene Preis wird von einer Expert_innenjury an jeweils eine_n Absolvent_in der beiden Kunstuniversitäten verliehen. Ziel des bereits zum 23. Mal vergebenen Preises ist es, Absolvent_innen kurz nach dem Abschluss zu unterstützen, ihre Arbeiten einem breiten Publikum zu präsentieren und so eine Brücke zwischen dem Studium und ihrer professionellen künstlerischen Laufbahn zu schlagen.

Die beiden ausgewählten Künstlerinnen erhalten eine Ausstellung in der Kunsthalle samt Publikation sowie ein Preisgeld von je € 3.000, gefördert von Kunsttrans und smc Steirer Mika & Comp.

Kunsthalle Wien Preis 2026

Für den diesjährigen Preis begutachteten die Jurys Diplomarbeiten aus dem Institut für bildende Kunst an der Akademie sowie dem Institut für bildende und mediale Kunst der Angewandten. Über 100 Absolvent_innen reichten ihre Arbeiten ein. Zwei Künstler_innen wurden für eine gemeinsame Ausstellung in der Kunsthalle Wien ab Dezember 2026 ausgewählt:

Lotti Brockmann studierte Kunst und Raum | Raumstrategien und Skulptur an der Akademie der bildenden Künste Wien und wurde für ihre Performance und Installation Ten Agents of Deterioration (2026) mit dem Kunsthalle Wien Preis ausgezeichnet. Geleitet von der These „Form follows conditions“ versteht die Arbeit Form nicht als feststehend, sondern als etwas, das bedingt wird durch die klimatischen, körperlichen, technischen, ökonomischen und institutionellen Bedingungen ihrer Produktion. In der Arbeit messen die Performer_innen kontinuierlich Luftfeuchtigkeit und Temperatur mithilfe analoger und digitaler Ablesegeräte sowie anhand ihrer eigenen körperlichen Wahrnehmung. Diese Messungen dienen als Grundlage für choreografierte Bewegungen, die aus dem Cheerleading-Hintergrund der Künstlerin stammen. Besucher_innen, Wetter, Zeit, Materialien und die Bedürfnisse der Performer_innen selbst bestimmen dabei fortwährend die Gestaltung der Arbeit. Im Raum verteilte Texte vermitteln einen Einblick in die Produktionsbedingungen – persönliche, wirtschaftliche, institutionelle und emotionale – sowie in die Infrastrukturen, die das Werk erst möglich machen.

Valentino Skarwan studierte Malerei und Animationsfilm an der Universität für angewandte Kunst Wien und wurde für die Performance und Installation There is nothing new under the sun, but there are new suns (2026) mit dem Kunsthalle Wien Preis ausgezeichnet. Das Werk rekonstruiert architektonische Fragmente einer abgerissenen Tankstelle in Guatemala, die Skarwan anhand eines Fotos nachgebildet hat.

Skulpturale Elemente erinnern an Benzinschläuche und Kanister, während eine Aufnahme der hallenden Umgebungsgeräusche die Ausstellungsarchitektur ergänzt, die zugleich als Kulisse für die Performance dient. Die Installation entfaltet sich als Gesamtkunstwerk und untersucht stillgelegte Infrastrukturen und deren anhaltende Rolle bei der Gestaltung des Alltags. Skarwan befasst sich mit den oft verborgenen Systemen, die sowohl menschliches als auch nicht-menschliches Leben stützen, und reflektiert gleichzeitig darüber, wie Wissen, Objekte und Geschichten durch Zirkulation, Zusammenarbeit und wiederholte Begegnungen fortbestehen.

Biografien

Lotti Brockmann (geb. 1995, Cuxhaven, Deutschland) studierte Kunst und Raum | Raumstrategien und Skulptur an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie hatte bereits Ausstellungen im Austrian Cultural Forum, London (2026); das weisse haus, Wien; Burg Galerie im Volkspark, Halle (Saale); Austrian Cultural Forum, Prag; Kunsthalle Wilhelmshaven (alle 2025); Austrian Cultural Forum, Budapest (2024) und Kunsthalle Exnergasse, Wien (2022). Brockmann lebt und arbeitet in Wien.

Valentino Skarwan (geb. 1998, Wien, Österreich) studierte Malerei und Animationsfilm an der Universität für angewandte Kunst Wien. Skarwans Werke und Performances wurden u.a. an folgenden Orten gezeigt: QWien; Tanzhaus Düsseldorf (beide 2026); Steirischer Herbst, Graz; Museum of Modern Art, Warschau; Neuer Kunstverein Wien; Künstlerhaus, Wien (alle 2024); Belvedere 21, Wien (2023); WUK, Wien (2022) und mumok, Wien (2021). Skarwan lebt und arbeitet in Wien und Guatemala-Stadt.

Stimmen zum Kunsthalle Wien Preis 2026

Michelle Cotton, Artistic Director, Kunsthalle Wien:

„Der Kunsthalle Wien Preis ist eine wichtige Plattform, die jungen Künstler_innen in Wien die Möglichkeit bietet, ihre erste institutionelle Einzelausstellung und Publikation zu realisieren. Er hebt auch die dynamische junge Szene Wiens hervor und unterstreicht gleichzeitig die zentrale Rolle, die die Akademie der bildenden Künste Wien und die Universität für angewandte Kunst Wien im zeitgenössischen Kunstdiskurs der Stadt spielen. Die Jury hat in diesem Jahr herausragende Präsentationen gesehen, die die Energie, den Intellekt und die Dynamik widerspiegeln, die so viele Künstler_innen dazu bewegen, in Wien zu studieren, zu leben und zu arbeiten. Sie entschied sich einstimmig für die Performance- und Installationsarbeiten von Lotti Brockmann und Valentino Skarwan. Wir arbeiten nun intensiv an der Vorbereitung ihrer Ausstellung im Dezember.“

Johan F. Hartle, Rektor, Akademie der bildenden Künste Wien:

„Die Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Wien zählt für die Akademie zu den wichtigsten Kooperationen. Diese besondere Auszeichnung, der Kunsthalle Wien Preis, ermöglicht Absolvent_innen eine einzigartige Ausstellungsmöglichkeit im Zentrum Wiens. Mit Lotti Brockmann wurde in diesem Jahr eine Absolventin ausgewählt, die mit vielfältigen Medien die Kontexte und Bedingungen künstlerischer Arbeit reflektiert. Ihre performativen, skulpturalen und installativen Arbeiten beschäftigen sich mit der Vergänglichkeit von Materialien und mit fragilen künstlerischen Infrastrukturen. Dabei stellt ihre institutionstheoretische Perspektive Fragen nach Strategien der Kanonisierung, nach klimatischen Veränderungen sowie nach Maßeinheiten und Kriterien, die im künstlerischen Feld Orientierung bieten. Die Akademie gratuliert Lotti Brockmann herzlich und dankt der Kunsthalle und der Jury für ihr Engagement!“

Ulrike Kuch, Rektorin, Universität für angewandte Kunst Wien:

"Das Verhältnis zur Zeit – zur Bewegung, zur Geschichte, als Vergänglichkeit, durch Mobilia und Immobilia – prägt die Diplomarbeit There is nothing new under the sun, but there are new suns (2026) von Valentino Skarwan. Das Oszillieren zwischen Skulptur und Performance nimmt dieses Motiv auf und zeigt eindrucksvoll die intensive Auseinandersetzung mit beinahe metaphysischen Beziehungen. Die Arbeit gibt einen tiefen Einblick in Skarwans künstlerische Haltung und krönt die multidisziplinären Studien an der Angewandten. Der Preis der Kunsthalle Wien würdigt nun Arbeit und Künstler_in. Der Preis ist eine großartige Unterstützung für junge Künstler_innen nach ihrem Studienabschluss und gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Werke im Rahmen der Ausstellung in der Kunsthalle Wien einem breiten Publikum zu präsentieren. Im Namen der Universität für angewandte Kunst Wien danke ich der Jury und gratuliere Valentino Skarwan sehr herzlich zu dieser Auszeichnung.“

 

Die Jurys des Kunsthalle Wien Preis 2026

Für die Akademie der bildenden Künste Wien, organisiert von Christine Rogi:

Michelle Cotton (Artistic Director, Kunsthalle Wien), Carina Bukuts (Chefkuratorin, Kunsthalle Wien), Sarah Crowe (Assistenzkuratorin, Kunsthalle Wien), Veronika Dirnhofer (Professorin für Kunst und Bild | Zeichnung, Akademie der bildenden Künste Wien), Julian Göthe (Professor für Kunst und Raum | Objekt, Akademie der bildenden Künste Wien), Johan F. Hartle (Rektor, Akademie der bildenden Künste Wien), Frederike Sperling (Künstlerische Leitung, Kunstraum Niederösterreich)

Für die Universität für angewandte Kunst Wien, organisiert von Jasmin Vogl: 

Michelle Cotton (Artistic Director, Kunsthalle Wien), Carina Bukuts (Chefkuratorin, Kunsthalle Wien), Sarah Crowe (Assistenzkuratorin, Kunsthalle Wien), Ulla Rossek (Senior Artist, Abteilung Malerei, Universität für angewandte Kunst Wien), Liddy Scheffknecht (Abteilung, Kulturwissenschaften, Universität für angewandte Kunst Wien), Frederike Sperling (Künstlerische Leitung, Kunstraum Niederösterreich), Stefan Wirnsperger (Senior Artist, Abteilung Malerei und Animationsfilm, Universität für angewandte Kunst Wien)

 

Hinweise für die Redaktion

Kunsthalle Wien Preis 2026: Lotti Brockmann und Valentino Skarwan

3. Dezember 2026–7. Jänner 2027

Kunsthalle Wien Karlsplatz, Treitlstraße 2, 1040 Wien

Pressetermin: 2. Dezember 2026, 11 Uhr

Ausstellungseröffnung: 2. Dezember 2026, 19 Uhr

 

www.kunsthallewien.at

+43-1-52189-0

office@kunsthallewien.at

 

Öffnungszeiten

Dienstag–Sonntag: 10:00–18:00

Donnerstag: 10:00–20:00

Über die Akademie der bildenden Künste Wien
Die Akademie der bildenden Künste Wien zählt zu den renommiertesten Kunstuniversitäten der Welt, sie wurde 1692 gegründet und ist fest im Gefüge der (inter-)nationalen Kulturlandschaft sowie in der Stadtgesellschaft etabliert. Zu ihrem internationalen Renommee tragen ebenso die verschiedenen Institute mit ihren künstlerischen und wissenschaftlichen Schwerpunkten wie auch die herausragenden Kunstsammlungen bei.

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