09.03.2026 | 1 Bild

Die Akademie der bildenden Künste Wien konnte für die Otto-Wagner-Lecture 2026 die Kunsttheoretikerin Legacy Russell gewinnen

Legacy Russell © Deonté Lee

Legacy Russell

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Am 23. März 2026 zeigt Legacy Russell anhand von Bildern, Erinnerungen und Technologie, wie Bilder von Schwarz-Sein seit jeher für unser Verständnis der modernen Welt von zentraler Bedeutung sind. 

 

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Am 23. März 2026 zeigt Legacy Russell anhand von Bildern, Erinnerungen und Technologie, wie Bilder von Schwarz-Sein seit jeher für unser Verständnis der modernen Welt von zentraler Bedeutung sind. Der Vortrag bietet Einblicke in Russells aktuelle Forschung und behandelt einige der Themen aus ihrem neuen gleichnamigen Buch Black Meme: A History of Images that Make Us (Verso, 2024). Für ihre Publikation Glitch Feminism: A Manifesto (Verso Books, 2020) wurde Legacy Russell gefeiert, nun untersucht sie das „Meme“ in Bezug auf die afroamerikanische visuelle Kultur von 1900 bis heute und greift dabei sowohl auf Archivmaterial als auch auf zeitgenössische Medien zurück. Russell argumentiert, dass die digitale Kultur ohne die Beiträge Schwarzer Menschen in ihrer heutigen Form nicht existieren würde. Zu diesen Überlegungen gehören die Verbreitung von Lynchpostkarten, die Frage, warum eine Mutter dem JET-Magazin erlaubte, ein Bild ihres toten Sohnes Emmett Till zu veröffentlichen, und wie die Fernsehübertragung der Demonstrant_innen in Selma die Debatte über Bürgerrechte veränderte. Fragen der medialen Darstellung von Schwarz-Sein treten in den Vordergrund, wenn Russell darüber nachdenkt, wie das von Bürger_innen aufgenommene Filmmaterial der Prügelattacke der Polizei auf Rodney King zum ersten viralen Video wurde. Warum die Anita-Hill-Anhörungen Licht auf die Schaffung der Schwarzen Ikone durch die Medien werfen. Das Eigentumsrecht an Schwarzen Bildern und Tod wird am Beispiel von Tamara Laniers Kampf um die Rückgabe der Daguerreotypien ihrer versklavten Vorfahren von der Universität Harvard thematisiert. Auch die Live-Übertragung auf Facebook der Ermordung von Philando Castile durch die Polizei, nachdem er wegen eines defekten Rücklichts angehalten worden war, zwingt uns das anhaltende Erbe des Schwarzen Memes auf.

A…kademie der bildenden Künste Wien
Institut für Kunst und Architektur
Otto Wagner Lecture 2026
Legacy Russell
Titel: Black Meme
Termin: 23 März 2026, 19 h
EG Nord, Atelierhaus, Lehárgasse 8, 1060 Wien

Legacy Russell ist Kuratorin und Autorin. Geboren und aufgewachsen in New York City, ist sie Geschäftsführerin und Chefkuratorin der experimentellen Kunstinstitution The Kitchen. Ihre akademische, kuratorische und kreative Arbeit konzentriert sich auf Gender, Performance, digitale Selbstdarstellung, Internet-Idolatrie und neue Medienrituale. Eine Auswahl ihrer jüngsten Ausstellungen umfasst u.a. Code Switch: Distributing Blackness, Reprogramming Internet Art (2024–25, The Kitchen, in Zusammenarbeit mit dem Schomburg Center und MOCAD) und Harmony Holiday: BLACK BACKSTAGE (2024, The Kitchen). Ende 2025 wurde Russell in das Kunst- und Kultur-Übergangskomitee des designierten Bürgermeisters Zohran Mamdani für New York City berufen, wo sie ihr Fachwissen über zeitgenössische Kunst und Institutionen einbringt, um gemeinsam mit anderen führenden Persönlichkeiten aus der Kunstszene die zukünftige Kulturpolitik von NYC mitzugestalten. Ihr erstes Buch ist das von der Kritik gefeierte Glitch Feminism: A Manifesto (Verso Books, 2020). Ihr zweites Buch Black Meme (Verso Books, 2024) wurde für den National Book Critics Circle Award 2024 nominiert. Russells erster Gedichtband ist GAY POMPEII von GenderFail, veröffentlicht im Jahr 2025.

Otto Wagner Lecture
Die Otto-Wagner-Lectures sind ein Höhepunkt der akademischen Veranstaltungen des Instituts für Kunst und Architektur (IKA) der Akademie der bildenden Künste Wien. Die Vortragsreihe gibt Referent_innen aus anderen Disziplinen und Kontexten das Wort, deren herausragende intellektuelle und/oder künstlerische Beiträge einen Diskurs fördern, der die Architekturdiskussion mit neuen Themen und Aspekten inspirieren und beleben kann. 2018 wurde die Lecture von Antonio Negri gehalten, der unter dem Titel A Subject for Europe über Formen kollektiver Organisation sprach, und 2019 referierte Vandana Shiva unter dem Titel Soil not Oil. The transfer from the age of fossil fuel for the awareness of a living earth. 2025 hielt Matthew Gandy einen Vortrag mit dem Titel Urban Imaginaries, worin er utopische und dystopische Dimensionen zukünftiger Städte diskutierte.

Otto Wagner
Otto Wagner war von 1894–1912 Professor an der Akademie der bildenden Künste Wien. Seine Meisterklasse gilt als Laboratorium der architektonischen Moderne um 1900. Hier entstanden visionäre Entwürfe für eine Baukunst der Zukunft, deren Ästhetik konsequent funktional und konstruktiv begründet war. Wagners „Modernität“ und die Frage, wie sein Werk in politische, philosophische und wissenschaftliche Entwicklungen der modernen Gesellschaft eingebunden war, ist aber nach wie vor umstritten. Einige halten ihn wegen der klaren Aufteilung der architektonischen Elemente sowohl der Konstruktion als auch der Oberflächen für einen Pionier der Moderne, andere wiederum sehen in diesem „formalen Absolutismus“ den Ausdruck einer „humanistischen“ modernen Architektur, die in erster Linie die Werte und Normen der Bourgeoisie und der aufstrebenden Marktwirtschaft spiegelt, aber noch nicht als Teil der Avantgarde des beginnenden 20. Jahrhunderts gelten kann. Unumstritten sind die Impulse der architektonischen Moderne, die von Otto Wagners Werk ausgegangen sind. 

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