02.06.2026 | 3 Bilder

Cathrin-Pichler-Preisträger 2026: Sunggu Hong

Sunggu Hong © Yang Soeun

Porträt Sunggu Hong

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Der von der Stadt Wien geförderte und mit 2.500 Euro dotierte Cathrin-Pichler-Preis der Akademie der bildenden Künste Wien geht 2026 an den Künstler Sunggu Hong. Mit der Auszeichnung würdigt die Akademie künstlerische Positionen, die durch spezifische Methoden und Praktiken einen Beitrag zu wissenschaftlichen Diskursen leisten und neue Formen der Wissensproduktion eröffnen.

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Der von der Stadt Wien geförderte und mit 2.500 Euro dotierte Cathrin-Pichler-Preis der Akademie der bildenden Künste Wien geht 2026 an den Künstler Sunggu Hong. Mit der Auszeichnung würdigt die Akademie künstlerische Positionen, die durch spezifische Methoden und Praktiken einen Beitrag zu wissenschaftlichen Diskursen leisten und neue Formen der Wissensproduktion eröffnen.

Ausgezeichnet wird Hong für seine Arbeit Uncanny Habitat, under the unmoving Moon. Darin eröffnet der in Wien lebende koreanische Künstler einen poetischen Denk- und Erfahrungsraum, in dem Körper, Maschinen, Roboter, Bewegungen, Klänge, Atmosphären und Affekte zu einer vielschichtigen synästhetischen Erfahrung von Koexistenz verwoben werden. Aus scheinbar einfachen Fragestellungen entwickelt Hong eine fragile Wissensarchitektur – ein vibrierendes Gefüge, das nicht erklärt, sondern erfahrbar macht, wie Beziehungen entstehen, wie Abhängigkeiten wirken und wie Formen des Zusammenlebens möglich werden. Kunst erscheint dabei als eines der stärksten Kommunikationsmittel: als Auslöser in einem offenen Raum, in dem Komplexität nicht reduziert, sondern geteilt, gespürt und gemeinsam verhandelt wird.

Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:
„Gerade in einer Gegenwart, in der Kunst oft zur schnellen Lesbarkeit, zur eindeutigen Botschaft oder zur glatten Vermittlung gedrängt wird, besteht Hongs Stärke darin, Komplexität nicht zu reduzieren, sondern als reiseoffene Kartografie erfahrbar zu machen: als bewegliches Gefüge von Beziehungen, Brüchen, Abhängigkeiten und offenen Fragen, verhandelt mit hoher körperlicher Präsenz und tänzerischem Können. Seine Arbeit denkt das Verhältnis von Humanem und Nicht-Humanem als gemeinsame Bewegung, als wechselseitiges Formen, Berühren und Aufziehen. Im Sinne Cathrin Pichlers verbindet Hong künstlerisches und wissenschaftliches Denken zu einem offenen Erkenntnisraum, in dem Wissen durch Materialität, Rhythmus, Wahrnehmung und geteilte Erfahrung hervorgebracht wird. So wird die Performance zu einem Ort der temporären Vergemeinschaftung: ein unheimlicher Resonanzraum, in dem Körper, Maschinen und Affekte einander nicht nur begegnen, sondern gegenseitig formen – und Koexistenz als geteilte, dringliche Praxis erfahrbar wird.“

Über den Preisträger
Sunggu Hong, geboren in Seoul, lebt und arbeitet in Wien. Er studierte Bildende Kunst in Südkorea und an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo er 2025 im Fachbereich Kunst und Zeit | Performance diplomierte. Der Begriff der Beziehung steht im Zentrum seiner künstlerischen Praxis. Ausgehend von Fragen nach den Bedingungen eines Zusammenlebens in voneinander abhängigen, verflochtenen und komplexen Beziehungen untersucht er Formen von Entfremdung, Konflikt und Verbundenheit. Sein besonderes Interesse gilt dem Verhältnis zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteur_innen. Durch die Auseinandersetzung mit deren gegenseitigen Abhängigkeiten und Verflechtungen hinterfragt Hong anthropozentrische Perspektiven und eröffnet neue Sichtweisen auf komplexe Beziehungsgefüge, Ereignisse und Möglichkeiten des Zusammenlebens.

Die Preisverleihung findet am 3. Juli im Rahmen der Diplomabschlussfeier der Akademie der bildenden Künste Wien statt.

Jury 2026
Verena Kaspar-Eisert (Heidi Horten Collection), Verena Gamper (Belvedere), Magdalena Stöger (Cathrin Pichler Archiv), Felicitas Thun-Hohenstein, Carola Dertnig und Stefanie Seibold (alle Akademie der bildenden Künste Wien).

Zum Cathrin-Pichler-Preis
Der Cathrin-Pichler-Preis wird seit 2017 von der Akademie der bildenden Künste Wien in Erinnerung an die Denkerin, Kuratorin und Autorin Cathrin Pichler vergeben. Der von der Stadt Wien geförderte Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und zeichnet Studierende oder Absolvent_innen der Akademie aus, deren künstlerische Praxis wissenschaftliche Fragestellungen aufgreift und als eigenständige Form der Erkenntnisproduktion versteht.

Über die Akademie der bildenden Künste Wien
Die Akademie der bildenden Künste Wien zählt zu den renommiertesten Kunstuniversitäten der Welt, sie wurde 1692 gegründet und ist fest im Gefüge der (inter-)nationalen Kulturlandschaft sowie in der Stadtgesellschaft etabliert. Zu ihrem internationalen Renommee tragen ebenso die verschiedenen Institute mit ihren künstlerischen und wissenschaftlichen Schwerpunkten wie auch die herausragenden Kunstsammlungen bei.

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Bilder (3)

Sunggu Hong
5 616 x 3 744 © Yang Soeun
Sunggu Hong
2 756 x 4 134 © eSel.at - Joanna Pianka
Sunggu Hong
4 134 x 2 756 © eSel.at - Joanna Pianka


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